Einheit in Vielfalt

Die Spiritualität der Fokolar-Bewegung entsteht aus der grundlegenden Erfahrung, dass ein Gott mit den Menschen geht, der Liebe ist (1 Johannes 4,8). Chiara Lubich und ihre ersten Gefährten erfahren: Er liebt sie über alles und macht sie fähig, persönlich und konkret darauf zu antworten. Menschen in der Fokolar-Bewegung verbindet eine Spiritualität, die der gegenseitigen Liebe, dem Neuen Gebot Jesu verpflichtet ist. An diesen Impulsen inspirieren sich Christen verschiedener Konfessionen, Gläubige anderer Religionen, aber auch Menschen, die keinen religiösen Bezug haben.

RAUM SCHAFFEN
Fokolare sind Brückenbauer. Das Ziel der Fokolar-Bewegung ist es, den Geist der Geschwisterlichkeit in alle Bereiche des menschlichen Lebens hineinzutragen. Es geht darum, Räume zu schaffen für Begegnung und Dialog. Es geht um Respekt, Toleranz und gegenseitige Wertschätzung. Diesen Werten fühlen sich nicht nur Christen verpflichet - auch Menschen anderer Religionen und Weltanschauungen inspirieren sich an der Fokolar-Spiritualität.

Alles begann 1943 in Nord-Italien. In Trient. Dort lebte die 22-jährige Grundschullehrerin Chiara Lubich. Der 2. Weltkrieg stellte sie vor die Frage: „Was bleibt?“ Während sich ihr Bruder Gino im kommunistischen Widerstand engagierte, fand sie ihre Antwort in der Bibel. Schnell scharte sich eine Gruppe junger Frauen um Chiara Lubich. Die Bevölkerung nahm Notiz davon und nannte die Gruppe bald „focolare“. Der Begriff „focolare“ heißt so viel wie Herdfeuer und beschreibt die Atmosphäre von Wärme und Geborgenheit.

BRÜCKEN BAUEN
Jeder, der möchte, kann ein Brückenbauer sein. Dabei geht es um Brücken jeder Art: In inneren Prozessen ebenso wie im Miteinander, in Beziehungen - beruflich wie privat.

Zwei kreative Elemente haben dabei zentrale Bedeutung in der Fokolar-Bewegung: die Liebe und die Einheit.

Geliebt zu sein gehört zu den wichtigsten Bedürfnissen eines jeden Menschen. In der christlichen Religion hat die Liebe einen herausragenden Stellenwert.

GEGENSEITIGKEIT
In der Bibel bekommt die Liebe ein Gesicht: „Gott ist Liebe“ (1 Johannes, 4,8). Doch wie verändert diese Erkenntnis das tägliche Leben, wie beeinflusst sie unser Handeln? Die Liebe in der Bibel beruht auf Gegenseitigkeit: „Liebt einander, so wie ich euch geliebt habe“ (Johannes 15,12).

"Einheit" ist ein Prinzip, das ebenfalls seinen Ursprung im Evangelium hat. In der Bibel bittet Jesus von Nazareth seinen Vater: „Auf dass sie alle eins seien“ (Johannes 17, 21). Dieses Vermächtnis Jesu las Chiara Lubich gegen Kriegsende in den Bunkern ihrer Heimtstadt Trient und war wie elektrisiert.

Sie macht sich diesen Wunsch zu eigen und stellt ihr Leben in seinen Dienst. "Dass alle eins seien" wird zu ihrer Mission. Zeit ihres Lebens hat sie Menschen animiert, an dieser Einheit mitzubauen.


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